8.1.05

Patent-Verlust in der Pharma Branche erreicht Rekordniveau

Wirkstoffe mit einem Umsatz von 800 Millionen Euro verlieren 2005 in Deutschland ihre Monopolstellung

Dem deutschen Pharmamarkt droht in diesem Jahr der höchste Patentverlust aller Zeiten. Nach Informationen der WELT verlieren bis Ende Dezember rund 18 Wirkstoffe mit einem Umsatzvolumen von 817 Mio. Euro ihren Patentschutz, ihre Hersteller müssen somit die Konkurrenz günstiger Nachahmerprodukte fürchten. ...
Um die Verluste zu begrenzen, ziehen die forschenden Arzneimittelhersteller in der Regel vor Gericht und zögern die Zulassung der günstigeren Nachahmerprodukte erst einmal hinaus. So blockiert etwa in den USA die dortige Gesundheitsbehörde den Markteintritt von Generika-Produkten für 30 Monate, falls ein Patentstreit vor Gericht ausgetragen wird. Daher hat die Zahl der Patentprozesse drastisch zugenommen.

Kommentare:

mdornseif hat gesagt…

Aber dem Verlust auf seiten der Patentinhaber, sollte doch ein Gewinn auf seiten der anderen Pharma-Konzerne entgegenstehen, die jetzt die entsprechenden Medikamente auch, bzw. ohne Zahlung von Lizenzgebüren, herstellen können.

Christian hat gesagt…

Natürlich verdienen die Generikahersteller, wenn der Patentschutz für ein Arzneimittel ausläuft. Erfahrungsgemäß gewinnt der Hersteller am meisten, der als erster mit seinem Generikum auf dem Markt ist. Allerdings ist der Preis für Generika längst nicht so hoch wie für patentgeschützte Arzneimittel, so daß Umsatz und Gewinn insgesamt stark fallen. Hinzu kommt, daß der deutsche Markt stark reguliert ist, vgl. den momentanen Streit zwischen Pfizer und dem Gemeinsamen Bundesausschuß.